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> Die
weiße Frau zu Zollern <,> Die weiße Frau in Stuttgart
<,>
Die Sprengwurzel <,
> Sibylle auf der Teck
<, >
Die Erdmännlein <,>
Die Eisenbahn und der Teufel <,
> Die treuen Schwaben
<

Die weiße Frau zu Zollern
Auf der alten Burg Hohenzollern läßt sich in den Abendstunden
eine weiße Frau in langem wallendem Kleide,ein Schlüsselbund in der Hand,sehen.
Sie tritt gewöhnlich aus dem alten Burgtor heraus,schreitet dann zu dem amFuße
der Burg befindlichen Wald hinab,bis sie an einen Felsen kommt,pocht dreimal
an,da öffnet sich eine Pforte,sie tritt durch diese in den Felsen hinein in eine
weite Halle,wo in großen Haufen Gold-und Silbermünzen angehäuft liegen,allein
wenn derjenige,welcher ihr nachgegangen ist,wie dies einst ein Jägerbursche,der
dem Fräulein gefolgt war,tat,sich denselben nähert,so springt auf einmal ein
schwarzer Pudel mit feurigen Augen in die Höhe,der ihn durch furchtbares Gebell
zurückscheucht.

Die weiße Frau in Stuttgart
Sooft jemand aus der königlichen Familie stirbt,zeigt sich
vorher die weiße Frau.Sie kommt aus dem alten Schloß,geht in das neue und
verschwindet dort im Ahnensaal. Die Soldaten auf dem Posten haben sie oft
vorbeigehn sehen und fürchten sie. Von mehreren ,die beisammen sind ,erblickt
sie aber immer nur einer.Einem beherzten Soldaten,der sie einmal anzurufen
wagte,hat sie den Tschako vom Kopfe geschlagen

Die Sprengwurzel
Auf der Baßgeig,einem Berg zwischen dem Neuffen und der Teck,
wächst die Sprengwurzel. Sie hat die Kraft, Gewitter zu zersprengen und vom Tal
fernzuhalten. Aber kein Mensch kann sie von sich aus finden. Man kann
sie sich nur durch den Wiedehopf verschaffen ; der weiß, wo sie wächst. Will
man sie von ihm bekommen, so muß man ein Wiedehopfnest in einem hohlen Baum
finden und dieses mit einem Brett vernageln. Daraufhin fliegt der Wiedehopf
mit der Sprengwurzel im Schnabel herbei, um das Brett von dem Astloch
abzusprengen.
Damit sie aber in keines Menschen Hände komme, will sie der
Wiedehopf ins Wasser oder ins Feuer werfen.Stellt man nun vor dem Nest
eine Gelte mit Wasser auf, so läßt der Wiedehopf die Wurzel dort
hineinfallen.Statt ein Feuer anzumachen, kann man auch ein rotes Tuch vor
dem Nest ausbreiten.So hält der Wiedhopf dieses für Feuer und läßt die
Sprengwurzel darauf fallen.Mit der Sprengwurzel kann man dann alle Türen und
Schlösser öffnen ; auch macht sie stich und kugelsicher, wenn man sie in der
rechten Tasche bei sich trägt.

Sibylle auf der Teck
Sibylle war die Mutter der drei B
rüder auf Wielandstein und
vielleicht die beste und frömmste Frau, die je auf Erden gelebt hat. Sie
hatte ihre Wohnung in einertiefen Höhle auf Teck, die noch immer das
Sibyllenloch heißt.Hier hat sie mancherlei geweissagt, was das Volk im
Gedächtnis behalten.Namentlich soll sie gesagt haben : die Welt werde nicht
eher untergehen, als bis
>> die zwölf Sibyllen <<
wiederkämen.
Ferner soll am Rhein, in der Gegend von Köln, ein Krieg ausbrechen, der
furchtbarer sein wird als je ein Krieg gewesen.Zuerst werden die Deutschen
unterliegen ; denn auch der Türke wird hier gegen uns streiten.Da werden
die Männer im Lande so selten werden, daß sieben Weiber um einen Krüppel,
den sie alle gern zum Ehemann haben möchten, sich schlagen werden.Während
dieses großen Kriegs wird es aber >> drei Stund um Teck herum
<< sicher sein.Endlich wird der Deutsche dennoch siegen,denn
Sibylle hat geweissagt: "Zu Köln am Rhein soll des Türken sein Untergang sein
." 
Die Erdmännlein
In der " Halde " einem Berge beim Fuchseckhof, oberhalb Schlath,
hielten sich ehemals kleine Erdmännlein auf, die nachts die "Lichtstube "
besuchten und sich mit den Spinnerinnen unterhielten. Man wußte nicht, wie
sie hießen. Weil aber sie immer rote Mäntelchen umhatten, so haben die
Burschen ihnen den Namen Rotmäntele geschöpft. Wenn sie fortgingen, so sangen
sie gewöhnlich. Da schlichen ihnen die Burschen eines Abends nach und vernahmen
nun folgende Worte, die sie miteinander sangen : Daß dees mein Schatz nit
weiß, daß i San-Nefle heiß ! Als sie wiederkamen, wurden sie von den
Burschen hiermit so lange geneckt,bis sie endlich ganz weggeblieben sind
.

Die
Eisenbahn und der Teufel
Nachdem die Württembergische Eisenbahn von Plochingen bis Süssen im Herbst 1847
eröffnet worden und die Bauern nicht ohne Haarsträuben und innerliches
Grauen denunheimlichen wühlenden Riesenmaulwurf, die dampfende und pfeifende
Maschine, betrachtet hatten, verbreitete sich plötzlich das Gerücht: Ein
kleines dürres Männlein im grünen Rocke sei auf der Eisenbahn gefahren und
habe geäußert, daß wenn es nicht geholfen hätte, man keine Eisenbahn haben
würde. Übers Jahr aber in derselbigen Stunde werde es wieder darauf fahren
und dann werde es mit der ganzen Eisenbahn ein Ende haben. Niemand habe
diesen seltsamen Mann während der Fahrt erkannt. Als er aber auf der Station
Ebersbach ausgestiegen, habe man an den Bocksfüßen gesehen, daß es
der leibhaftige Teufel gewesen.Später ist er noch einmal auf der
Eisenbahn gefahren, aber ganz allein und unsichtbar in einem bloßen Wagen,
ohne Lokomotive, also daß man sich nicht genug hat verwundern können, wie ein
leerer Wagen so von selbst dahergefahren gekommen.

Die treuen Schwaben
Nachdem Eberhard im Barte von Württemberg (1445 - 1496 ) von
Kaiser Maximilian I. im Jahre 1495 auf dem Reichstage zu Worms mit der
Herzogswürde belehnt worden war, wurde er eines Abends nebst anderen Fürsten
von dem Herzoge zu Sachsen zu einem Mahle geladen. Während der Unterhaltung kam
man auf die Vorzüge der verschiedenen Länder zu sprechen,wobei ein jeder das
seine nach Gebühr herausstrich. Der Sachse rühmte seine Silbergruben, der
Pfalzgraf seine köstlichen Weine,der Herzog von Bayern seine schönen
Städte.Herzog Eberhard hörte schweigend zu. Als er aber von Herzog
Albrecht von Sachsen angesprochen wurde,doch auch etwas vonseinem Lande zu
rühmen, sagte er ganz bescheiden :" Ich weiß gar sehr wohl ,daß eure Länder
weit größer und ansehnlicher sind als meines, darüber kann und will ich nicht
streiten; doch danke ich Gott für das meine und vermag wohl mit Wahrheit zu
sagen,daß ich mitten im Sommer auf freiem Felde im Schoß eines jeden meiner
Untertanen sicher ruhen und schlafen könnte." Dieses Kleinod des
Württembergers schien allen anwesenden Fürsten dergestalt köstlich
und
beneidenswert, daß sie es allen ihren gepriesenen Schätzen und Vorteilen
vorzogen.

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